CDU-Vorsitz 2018: "Hintergrund"-Bericht/ Einschätzungen

Beiträge 1 - 10 von 18
  • CDU-Vorsitz 2018: "Hintergrund"-Bericht/ Einschätzungen

    an-d, 03.11.2018 19:00
    #1

    Leider sehr oberflächlich:

    https://www.tagesschau.de/inland/cdu-vereinigungen-merkel-nachfolge-101.html

    Die machtpolitische Ebene, um die es vor allem geht, fehlt in dem Beitrag vollständig bzw. wird angedeutet mit Landesinteressen.  Landesinteressen sind aber nur ein kleiner Teil davon.

    Die Zerreissprobe für die CDU: Welchen Rand will man verprellen? Sollte der ultra-neoliberale/rechte Kern gestärkt werden, treibt das die Arbeitnehmerschaft, Wertkonservative, Christen, Frauen usw. eher weg.

    Nun haben solche Wahlen manchmal Eigendynamiken. Machtpolitisch nach Außen betrachtet dürfte AKK das geringste Übel für die CDU sein, zumal damit die bestehende Mehrheits-Machtstruktur  intern weitermachen könnte.  Vlt. machts AKK aber auch wie dereinst Merkel mit Stoiber - lässt Merz den Vortritt und verlieren und holt sich das ein paar Jahre später.

    Dass Merz in seiner PK mit Begriffen wie "sozial" und "Basisdemokratie" zu punkten versucht, ist  eher kabaretistisch als glaubwürdig. Die gesellschaftliche Spaltung würde durch eine nach rechts driftende CDU verstärkt und das wäre die große Frage ob mittelfristig davon die CDU wirklich profitieren kann.

  • RE: CDU-Vorsitz: "Hintergrund"-Berich t/ Einschätzungen

    FreundvonLI, 03.11.2018 23:28, Antwort auf #1
    #2

    Die gesellschaftliche Spaltung würde durch eine nach rechts driftende CDU verstärkt und das wäre die große Frage ob mittelfristig davon die CDU wirklich profitieren kann.

    Sagen wir doch besser "Polarisierung". Selbige würde eher sinken, weil die AfD schwächer werden würde.

  • RE: CDU-Vorsitz: "Hintergrund"-Berich t/ Einschätzungen

    Eckhart, 11.11.2018 17:04, Antwort auf #2
    #3

    Die CUM-Ex Vergangenheit von Merz, bzw. wusste er als Aufsichtsrat tatsächlich nichts über die Vergangenheit seiner Firmen oder warum hat er sonst nichts zur Aufklärung beizutragen hatte, lastet offensichtlich auf seiner Kandidatur.
    Müsste das Spahn nicht eigentlich doch helfen?

  • RE: CDU-Vorsitz: "Hintergrund"-Berich t/ Einschätzungen

    sorros, 11.11.2018 19:43, Antwort auf #3
    #4

    Die CUM-Ex Vergangenheit von Merz, bzw. wusste er als Aufsichtsrat tatsächlich nichts über die Vergangenheit seiner Firmen oder warum hat er sonst nichts zur Aufklärung beizutragen hatte, lastet offensichtlich auf seiner Kandidatur.
    Müsste das Spahn nicht eigentlich doch helfen?

    Ja Cum-Ex lastet auf seiner Kandidatur, aber lange nicht so stark wie es sich manchen Linke und Grüne vorstellt.
    Und Spahn wird nach den Regionalforen zurückziehen. Da bin ich ziemlich sicher.

  • RE: CDU-Vorsitz: "Hintergrund"-Berich t/ Einschätzungen

    drui (MdPB), 12.11.2018 14:39, Antwort auf #4
    #5

    Immerhin brauchen wir keinen Markt für den CSU-Vorstitz, denn da ist klar, wer das zukünftig macht.

    Die intereressantere Meldung heute: Seehofer tritt vom Rücktritt des Rücktritt-Rücktritts zurück. Er hat nun viermal die Richtung gewechselt, bleibt aber nach wie vor Innenheimats-Minister.

  • RE: CDU-Vorsitz: "Hintergrund"-Berich t/ Einschätzungen

    gruener (Luddit), 12.11.2018 20:52, Antwort auf #5
    #6

    das sind mittlerweile so viele rücktritte von einem rücktritt, dass man sich auch einmal fragen sollte: lanciert da irgendwer bewusst falschmeldungen?

  • RE: CDU-Vorsitz: "Hintergrund"-Berich t/ Einschätzungen

    sorros, 12.11.2018 21:41, Antwort auf #6
    #7

    Nur wenn er jetzt wieder vom Rücktritt zurücktritt, oder gar nach vorne tritt.

  • RE: CDU-Vorsitz: "Hintergrund"-Berich t/ Einschätzungen

    an-d, 15.11.2018 20:02, Antwort auf #7
    #8

    Umfrage unter CDU-Anhängern:

    https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend-1427.html

    Das sagt zwar erstmal nichts über das Abstimmungsverhalten der Delegierten, bei denen es zahlreiche machtpolitische Aspekte gibt. Trotzdem wird das sicherlich wirken.

    Die erste Regionalkonferenz läuft ja grad - der Beifall bei AKK in Lübeck war deutlich lauter und länger als bei M + S.

  • RE: CDU-Vorsitz: "Hintergrund"-Berich t/ Einschätzungen

    sorros, 15.11.2018 20:17, Antwort auf #8
    #9
    Die erste Regionalkonferenz läuft ja grad - der Beifall bei AKK in Lübeck war deutlich lauter und länger als bei M + S.

    Das habe ich anders wahrgenommen. AKK und Merz ziemlich ausgeglichen, Spahn etwas dahinter.
    Aber großen Szeneapplaus für Merz als er klar machte, daß er sich zutraut, die Wahlprozente der AfD zu halbieren.
    Und nicht vergessen: das ist die Regionalkonferenz Für SlH, HH und Meckpomm. Bis auf Meckpomm gerade die liberalen Verbände.
    Warte mal Westfalen oder BaWü ab.

  • RE: CDU-Vorsitz: "Hintergrund"-Berich t/ Einschätzungen

    drui (MdPB), 16.11.2018 21:07, Antwort auf #9
    #10

    Es wird eine interessante Richtungsentscheidung. Die Mitglieder könnten sich fragen

    a) ob Merz wirklich 7% von der AfD zur CDU zurückholen kann als multimillionenschwerer "Mittelschichtler", der zudem als Finanzhai und Bankenlobbyist ein gefundes Fressen für elitenkritische AfD-Wähler sein könnte.

    b) das Problem nicht doch ein ganz anderes ist: die CDU verliert massiv liberale und weibliche Anhänger an die bürgerliche Partei "Die Grünen". Die sind innenhalb von 6 Monaten (trotz aller Widerstände des Luddits und Gabor Steingarts) von 13% auf 23% förmlich explodiert, die AfD ist bei 14% geblieben. Sollte ein Friedrich Merz der Richtige sein, diese Wähler zurückzugewinnen?

    c) welcher Kandidat/ welche Kandidatin am ehesten geeignet ist, beide erodierende Flügel zu bedienen.

    Die Grünen dürften auf Merz hoffen und werden wochenlang tanzen und feiern, sollte er Vorsitzender und ev. später Kanzler werden.

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