Europawahl 2019- Vergleich zu 2014

Beiträge 31 - 34 von 34
  • RE: Europawahl 2019- INSA-Umfrage

    an-d, 13.04.2019 11:23, Antwort auf #27
    #31
    Wir spekulieren stärker auf den Wahltag hin, die Institute konzentrieren sich auf die Momentaufnahme.

    Das ist ein grundlegender Unterschied: Hier wird versucht zu raten, wie das Ergebnis aussehen wird. Raten klingt abwertend, ist aber nicht so gemeint. Die Institute bilden eine Momentaufnahme z.B. 5 Wochen vor der Wahl ab. Das ist etwas "ganz" anderes. Für die Umfragen in der Woche vor der Wahl gilt das allerdings nicht mehr.

    Strukturell haben die Umfragen in D einen großen Mangel: Das ist die Erfassung der Sonstigen, die bei den meisten Instituten mit einem Pauschalwert angegeben werden. Sieht man jetzt sehr schön bei den Umfragen zur E-Wahl: Insa ist dort bedeutend höher als die anderen. Gerade bei der E-Wahl, wo viele relativ Unbekannte kandidieren führt das aber zu relativ großen Unschärfen, insbesondere weil der größere Teil der Bevölkerung sich nicht besonders differenziert mit der Politiklandschaft beschäftigt. Ein nicht geringer Teil der Wähler* entscheidet sich erst, wenn die Briefwahlunterlagen bzw. der Wahlzettel in der Kabine da ist und entscheidet dann +- spontan doch die xy-Gruppe zu wählen, weil die als besser wahrgenommen wird. Aber auch die Umfragen von Insa dürften hier (Mutmaßung) eine Schwäche haben: Sie werden wahrscheinlich nicht alle sondern auch nur einen Pool abfragen. Bspw. Tierschutzpartei wird wahrgenommen als bekannt und mit Aussicht auf 1,2 Sitze - also werden die bei z.B. einer Telefonabfrage mit abgefragt - ob der Wähler* dabei differenziert zwischen den konkret antretenden mehreren Parteien in dieser Richtung darf bezweifelt werden.

    In manchen anderen Ländern, z.B. in denen mit einem anderen Wahlrecht ohne Sperrklausel oder mit regionaler Verhältniswahl (Spanien z.B.) ist die Umfragetradition eine andere. Die statistische Einschränkung (bei den großen +- 2-3(4), bei den kleinen +- 1(2) macht da aber oft keinen Sinn, weil viele der Kleinen dann - statistisch betrachtet - auch "0" oder unter "0" haben könnten, was natürlich Quatsch ist. Oder anders: Dann sind die angegebenen Fehlermargen falsch.

  • RE: Europawahl 2019- INSA-Umfrage

    gruener (Luddit), 14.04.2019 06:45, Antwort auf #31
    #32

    das trifft leider nicht annähernd den kern des problems!

    ich fasse es erneut leicht verständlich in zwei fragen zusammen:

    • wieso veröffentlichen umfrageinstitute wochen vor einer wahl irgendwelche daten, die oftmals kaum substanz haben?
    • wieso sind wahlbörsen im selben zeitraum bereits in der lage, zuverlässige prognosedaten zu liefern?

    der alleinige hinweis auf eine momentaufnahme taugt nicht. er ist lediglich - boshaft formuliert - eine billige ausrede für den versuch einer wahlmanipulation.

    daher zwei weitere fragen:

    • wieso werden diese umfragen ausgerechnet von vermeintlich seriösen medien veröffentlicht?
    • wieso verweigern sich eben diese medien - zumindest in deutschland - alternativen umfragemethoden?

    es gilt auch an diesem punkt die feststellung: traue keiner statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! nur betrifft es dummerweise nicht irgendein beliebiges thema, sondern ausgerechnet die grundpfeiler des demokratischen systems.

    hintergrund meiner kritik:

    • die mehrheit möchte gerne zu den siegern gehören - mögliche verlierer werden seltener angekreuzt
    • niemand möchte seine stimme verschenken - parteien mit 3 prozent in den umfragen wählt man umso seltener
    • die masse sucht vor der wahl nach einer einfachen entscheidungshilfe. umfragen liefern eine solche hilfe. mit fatalen konsequenzen!
  • Der EU-Ministerrat genehmigt Uploadfilter

    drui (MdPB), 15.04.2019 23:15, Antwort auf #32
    #33

    Die TAZ zeigt sich humorlos, weil die SPD gleichzeitig eine nicht bindende Protokollnotiz durchsetzt, die besagt, dass man (also die SPD) aber irgendwie total gegen Uploadfilter sei.

    Das ist lustig, weil es zeigt, dass die Union ihre Beteuerungen, zu diesen Filtern werde es schon nicht kommen, offensichtlich selbst nicht glaubt – und sie natürlich mit einer Protokollnotiz, die keine rechtlichen Konsequenzen hat, auch nicht verhindern würde. Und es ist auch lustig, weil im Netz gleich adäquate Reaktionen kommen, etwa der Vorschlag, dass man künftig doch auch einfach jedem Auto mit Verbrennungsmotor eine Protokollnotiz beilegen könne, die festhält, dass man gegen Emissionen ist.

    Aber eigentlich ist es traurig. Weil so viel Unkenntnis, Unentschlossenheit und Inkonsequenz im Gesetzgebungsprozess dazu beiträgt, das ohnehin nicht überbordende Vertrauen in Politiker:innen weiter zu schwächen.

    http://www.taz.de/Kommentar-EU-Urheberrechtsreform/!5585167/

    Ich dagegen finde, dass die SPD damit ihre gesellschaftspolitische Bedeutung perfekt symbolisiert und sich umbennen sollte z.B. in "Protokollnotizpartei der Sozialdemokratie". Die Charmeoffensive wird der PDS sicher die Herzen junger Wähler erobern.

  • RE: Der EU-Ministerrat genehmigt Uploadfilter

    an-d, 15.04.2019 23:40, Antwort auf #33
    #34

    Ja, die SPD ist wirklich dumm. Es wäre so einfach gewesen, das erstmal auszusitzen, wenn man schon nicht den Arsch in der Hose hat, die angebliche eigene Vorstellung durchsetzen zu wollen. Es hat was Satirisches. Ein politisches Gespür ist da nicht mehr vorhanden - dafür werden brav bestimmte Interessen bedient. Die muddeln immer weiter vor sich hin und verüberflüssigen sich.

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